Wie kommt man zu mehr Motivation beim Lernen?

Um mehr Motivation beim Lernen zu entwickeln, ist es notwendig, dass man aus eigenem Antrieb lernt, was dann am leichtesten gelingt, wenn man das Lernen als Mittel zu Zweck betrachtet. Wenn etwas Spaß macht, dann braucht man keine Überwindung, es auch zu tun, denn die Freude an einer Sache weckt die Motivation von alleine. Man sollte daher immer versuchen, diese beiden Aspekte miteinander zu verbinden. Besser motivieren kann man sich auch mit Begeisterung für eine Sache, also sich für das, was man lernen muss, auch zu interessieren. Daher sollte man immer offen für Neues, also neugierig sein.

Wichtig für das schulische Lernen: Jedes Kind will von sich heraus lernen, wobei Lernen im umfassenden Sinn ein selbsttätiger, automatischer und lustvoller Prozess ist. Ein Kind mit sechs Jahren z. B. ist begierig darauf, lernen zu dürfen und auch zu zeigen, was es kann. Wenn man es also lässt, zu seiner Zeit und wenn man als Erwachsene nicht vorzeitig zu irgendwelchen Leistungen drängt.


Man muss auch lernen wollen!

Absichtsvolles und aktives Lernen ist ein großes Thema in Erziehung, Psychologie und den Neurowissenschaften, wobei zahlreiche Studien belegen, dass beim aktiven Lernen Aufmerksamkeit, Motivation und kognitive Kontrolle erhöht sind und so das Gelernte besser behalten wird. Bei Mäusen hatte man den zugrunde liegenden Mechanismus entdeckt und versucht nun, diesen auch bei Menschen nachzuweisen. Estefan et al. (2021) haben bei Menschen die physiologischen Mechanismen identifiziert, die dafür verantwortlich sind, dass diese besonders effizient lernen, wenn sie es selbstbestimmt und aus einer Eigenmotivation heraus tun. Man untersuchte die Theta-Wellen bei Menschen mit Epilepsie, denen Elektroden in das Gehirn implantiert worden waren, wenn diese ein Spiel in einer virtuellen Realität absolvierten. Dabei mussten sie entlang einer Strecke navigieren und sich Bilder einprägen, die an unterschiedlichen Stellen des Wegs präsentiert wurden. Die ProbandInnen konnten sich dabei entweder aktiv in der virtuellen Umgebung bewegen oder sahen nur die Bilder entlang eines Pfades, den ein anderer Teilnehmer zurückgelegt hatte, d. h., in diesem Fall hatten sie also keine Kontrolle darüber, wie sie sich die verschiedenen Objekte in der virtuellen Umgebung einprägen konnten. Nach der Aufzeichnung der elektrophysiologische Aktivität im Hippocampus während der Navigationsaufgabe überprüft man, wie gut sich die ProbandInnen nach dem Versuch an die Objekte erinnern konnten. Bei Versuchspersonen, die aktiv navigieren durften, konnte man einen Anstieg der Theta-Oszillationen beobachten, die das Lernen und anschließend das Erinnern effizienter gemacht haben. Es gab allerdings zwei aufeinanderfolgende Phänomene, die zeitlich nur Millisekunden auseinanderlagen: eines korrespondierte mit dem Einspeichern der Information, das andere mit dem Abruf der zuvor gespeicherten Information, also einer Reaktivierung des Gedächtnisses. Tatsächlich zeigten ProbandInnen, die frei durch die virtuelle Umgebung navigierten und Informationen somit besser speichern und erinnern konnten, eine ähnliche Theta-Aktivität, wie sie zuvor bei den Mäusen beobachtet worden war. Daraus kann man schließen, dass auch die Willenskraft entscheidend ist, um Informationen ins Gedächtnis zu integrieren, was nichts anderes bedeutet, dass Menschen, die gezwungen werden, etwas zu lernen, diese Inhalte schlechter im Gedächtnis behalten.

Literatur

Stangl, W. (2021). Lernmotivation von Schülern und Schülerinnen – Warum lernen sie. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MOTIVATION/LernmotivationPaedagogik.shtml (21-03-07)
Daniel Pacheco Estefan, Riccardo Zucca, Xerxes Arsiwalla, Alessandro Principe, Hui Zhang, Rodrigo Rocamora, Nikolai Axmacher & Paul F. M. J. Verschure (2021). Volitional learning promotes theta phase coding in the human hippocampus. Proceedings of the National Academy of Sciences, doi:10.1073/pnas.2021238118.





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