Soziale Beziehungen in der Schule

In der Schul- und Unterrichtsforschung werden häufig drei wichtige Prozessmerkmale für guten Unterricht identifiziert: Erstens, eine strukturierte, klare und störungspräventive Unterrichtsführung mit effektiver Zeitnutzung (classroom management), zweitens, die kognitive Aktivierung der SchülerInnen durch herausfordernde Aufgaben, und drittens, ein unterstützendes und schülerorientiertes Sozialklima. Letzterer Aspekt betrifft in erster Linie die Qualität der sozialen Beziehung zwischen Lehrkräften und Lernenden. Ein schülerorientiertes Sozialklima wird vor allem dadurch geschaffen, dass die Lehrkräfte die SchülerInnen auch unabhängig von Lernen und Leistung als Persönlichkeit wahrnehmen, dass sie als Ansprechpartner auch für nichtfachliche Fragen zur Verfügung stehen, dass sie sich bei der Planung und Durchführung des Unterrichts an den Lernenden orientieren, d. h., an deren Interessen und Vorwissen, und dass sie von den SchüerInnen als interessiert, gerecht und fair wahrgenommen werden. In diesen Qualitätsdimensionen der Schüler-Lehrer-Beziehung wird die erzieherische Aufgabe von Lehrkräften deutlich. Dass der Beziehungsaspekt zwischen Lehrkräften und Schülern nicht trivial ist, sondern eine wesentliche Seite des Lernens und eine Voraussetzung von Leistung darstellt, darauf verweisen u.a. die Ergebnisse der Hattie-Studie.

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