Prägungslernen

Lernprozesse bis zum Ende der Pubertät dienen nicht nur zur Abspeicherung von Informationen, sondern gleichzeitig zur Strukturierung des noch unfertigen Gehirns im Sinne von später ausbaubaren Fähigkeiten. Solche prägungsähnlichen Lernprozesse haben Zeitfenster, sensitive Phasen, in denen bestimmte Informationen mit viel höherer Geschwindigkeit und Wirksamkeit als im Erwachsenenalter aufgenommen werden. Nur im Hinblick auf die Möglichkeit des Zweitspracherwerbs und musikalischer Fertigkeiten im Vorund Grundschulbereich beginnen sich solche Erkenntnisse zögerlich durchzusetzen. Hier ist jedoch ein viel größeres Potenzial in der Grundschule, zum Beispiel zur Grundsteinlegung naturwissenschaftlicher und anderer Interessen, das ungenutzt verstreicht.

Fundamental für Prägungslernen ist der Bezug zu sozialen Vorbildern. Dies sind in der zeitlichen Reihenfolge Eltern, familiäre Vertraute und Erzieher, die bestimmte Interessen überzeugend ausstrahlen müssen. Dies wird gegen Ende der Pubertät überlagert durch den Einfluss der Gleichaltrigen („Peers“) und ihrer Interessen. Durch das Alleingelassensein vieler Jugendlicher, verbunden mit erheblichen finanziellen Möglichkeiten und Freiheiten, bilden Peers heute Subkulturen, die einen dramatischen Einfluss auf die Interessen und geistigen Entwicklungen ihrer Mitglieder ausüben können.

Literatur

Stangl, W. (2011). Bedeutung der Rahmenbedingungen für das Lernen. Werner Stangls Arbeitsblätter-News.
WWW: https://arbeitsblaetter-news.stangl-taller.at/bedeutung-der-rahmenbedingungen-fur-das-lernen/ (11-05-25).





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