Lässt sich durch ein Gedächtnispalast-Training das Langzeitgedächtnis verbessern?

Studien (Wagner et al., 2021) haben gezeigt, dass durch das Training mit demn Gedächtnispalast sich sogar das Langzeitgedächtnis verbessert. Grundsätzlich konnte man feststellen, dass diese Methode zu einer effizienteren Verarbeitung in Gehirnregionen geführt hat, die mit dem Gedächtnis und räumlicher Orientierung im Zusammenhang stehen. Man beobachtete verschiedene Gruppen von TeilnehmerInnen mit einem ähnlichen IQ, wobei eine dieser Gruppen aus 23 GedächtnissportlerInnen bestand , zwei andere wurden unterschiedlichen Gedächtnistrainings unterzogen und eine Kontrollgruppe erhielt keinerlei Training. Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie wurde die Gehirnaktivität der TeilnehmerInnen gemessen, einmal während sie Wörter auswendig lernten und sich anschließend an das Gelernte erinnerten und anschließend in der Ruhephase danach. Die Gehirne der GedächtnissportlerInnen wiesen im Vergleich zu den Kontrollgruppen eine geringere Aktivität in den betroffenen Gehirnregionen während des Auswendiglernens und des Erinnerns der Wörter auf. Das bestätigt, dass GedächtnissportlerInnen ihre Gehirne effizient und strategisch für die vorliegende Aufgabe nutzen., d. h., ein Gehirn, das in Übung ist, kann mit weniger Aktivierung eine bessere Leistung erbringen. Diese Ergebnis wurde auch durch die Ergebnisse in den anderen Gruppen bestätigt, denn je mehr Nutzen die TeilnehmerInnen aus dem Training zogen und je besser ihre Leistung beim Erinnern von Wörtern war, desto stärker verringerte sich deren Gehirnaktivität. Überraschenderweise spiegelte sich diese Effizienz auch in der Erinnerungsdauer der gelernten Information wider, denn geübte TeilnehmerInnen konnten sich nicht nur an mehr Inhalte erinnern, sondern auch länger. Außerdem stellte sich heraus, dass die koordinierte Gehirnaktivität nach dem Lernprozess anstieg, wobei diese Veränderung in der Konnektivität des Gehirns darauf hinweist, dass Erinnerungen nach dem Einüben gefestigt werden, wodurch diese langfristig gespeichert werden können.

Literatur

Isabella C. Wagner, B.N. Konrad, P. Schuster, S. Weisig, D. Repantis, K. Ohla, S. Kühn, G. Fernández, A. Steiger, C. Lamm, M. Czisch, Martin Dresler (2021). Durable memories and efficient neural coding through mnemonic training using the method of loci. Science Advances, doi:10.1126/sciadv.abc7606.

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