Gedächtniskünstler vs normale Probanden

Dresler et a. (2017) untersuchten die funktionelle Netzwerkorganisation im Gehirn von weltweit erfolgreichen Gedächtnissportlern und konnten zeigen, dass auch in einer Gruppe von “normalen Probanden” durch sechs Wochen Gedächtnistraining funktionelle Konnektivitätsveränderungen induziert werden konnten, wobei diese mit der Netzwerkorganisation der Profis korreliert waren. Dieser Effekt wurde hauptsächlich durch Verbindungen zwischen den beiden Netzwerken des visuellen, medialen Temporallappen und den Netzwerken im Default Mode hervorgerufen, während er während der Aufgaben durch die Konnektivität innerhalb dieser Netzwerke hervorgerufen wurde.

Die Ähnlichkeit mit den Konnektivitätsmustern der Gedächtnissportler ließ eine Verbesserung des Gedächtnisses bis zu vier Monate nach dem Training erwarten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das mnemotechnische Training eher verteilte als regionale Veränderungen bewirkt und die funktionelle Netzwerkorganisation des Gehirns reorganisiert wird, um eine bessere Gedächtnisleistung zu ermöglichen.

Literatur

Dresler, M., Shirer, W. R., Konrad, B. N., Müller, N. C. J., Wagner, I. C., Fernandez, G., Czisch, M. & Greicius, M. (2017). Mnemonic Training Reshapes BrainNetworks to Support Superior Memory. Neuron, 93, 1227–1235.
Stangl, W. (2017). Stichwort: ‘Loci-Technik’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/167/loci-technik/ (2017-03-03)


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