Effektives Gedächtnistraining

Menschen lernen leichter, je mehr sie schon wissen, das ist der Vorteil der älteren Menschen, denn je mehr Vorwissen ein Mensch hat, desto mehr Haken hat er ausgebildet, an denen neues Wissen aufgehängt werden kann, und er findet leichter Assoziationen zu neuen Fakten. Natürlich muss ein Mensch auch üben und sein Gehirn fit halten, wobei das Gehirn im Alltag auch ausgetretene Pfade braucht, bei denen einmal etwas automatisch abläuft und man nicht groß darüber nachdenken muss. Allerdings langweilt sich das Gehirn auch relativ schnell, denn Aufmerksamkeit wird erst durch Abwechslung geweckt. Ist für das Gehirn eine Aufgabe zu einfach, wird man auch schon deshalb Fehler machen, weil die Aufmerksamkeit heruntergefahren wird. Ist eine Aufgabe schwer aber lösbar, wird Dopamin ausgeschüttet und die Aufmerksamkeit erhöht. Löst man die Aufgabe dann auch noch richtig, wird das Aufgabenlösen mit einem guten Gefühl gekoppelt, der Nucleus accumbens schüttet opiatähnliche Stoffe aus, die die Aufmerksamkeit noch weiter erhöhen und angenehme Gefühle auslösen, sodass eine nützliche und sich selbst verstärkende Erfolgsspirale beginnt. Oder eine Abwärtsspirale, wenn ein Mensch ständig nur Misserfolge erlebt.

Quelle

Martin Korte, Neurobiologe und Gehirnforscher, in einem Interview zu seinem Buch “Hirngeflüster. Wie wir lernen, unser Gedächtnis effektiv zu trainieren”.


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