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Die Hauptunterschiede zwischen dem Lernen von Kindern und dem Lernen von Erwachsenen

Kinder wachsen in eine von Erwachsenen gestaltete Welt hinein. Sie müssen sich auf die geltenden Regeln einlassen, sich grundlegende Kulturtechniken aneignen, sich die Welt, wie sie ist, aneignen. Erwachsene verfügen bereits über diese Kulturtechniken; sie sind diejenigen, die die Welt gestalten. Erwachsene haben viel Wissen im Beruf und im Privatleben, sie haben Wissen und vor allem eine eigene Meinung und Interpretation zu allen Fragen, die sie selbst und ihr soziales Umfeld betreffen, sie haben eine persönliche und berufliche Identität. Alles, was Erwachsene neu lernen, bedeutet gleichermaßen ein Verlernen von bereits vorhandenem Wissen, aber vor allem eine Neuinterpretation von Wissen, eine Arbeit an der eigenen Identität. Erwachsene lernen interessengeleitet, basierend auf ihren eigenen Erfahrungen, und sie ordnen alles Neue in bereits bestehende kognitive und subjektive Strukturen ein.

Der Unterricht für Erwachsene muss daher berücksichtigen, dass Erwachsene ihr Leben bereits meistern, selbstbewusst und kompetent sind. Dies beruht auf drei wichtigen Grundsätzen. Erwachsene sind Menschen mit eigenem Wissen und Erfahrungen, die im Lehr-Lern-Prozess berücksichtigt und fruchtbar gemacht werden müssen, d.h. Erwachsene sind also nicht Konsumenten, sondern Mitgestalter des Lehr-Lern-Prozesses. Lernen ist am effektivsten, wenn die Lernenden selbst aktiv sind, d.h. die Lehrmethoden müssen die lernenden Erwachsenen aktivieren, sie einbeziehen und sie für den Lehr-Lern-Prozess mitverantwortlich machen. Der Mensch, auch der erwachsene Mensch, ist nicht nur ein Verstandeswesen, sondern hat Gefühle und Sinne. Lehrmethoden müssen daher den ganzen Menschen einbeziehen, Kopf, Herz und Hand in das Lernen einbeziehen.

Das Wichtigste für Lehrer, die mit Erwachsenen arbeiten, ist, die Erwachsenen ernst zu nehmen und die Methoden zu beherrschen, die für die Arbeit mit Erwachsenen notwendig sind. In die Planung müssen daher Schritte einbezogen werden, in denen die Interessen der Lernenden, ihre Erwartungen und ihre Lernfortschritte Gegenstand der gemeinsamen Arbeit sind. Es kann daher keinen Kurs in der Erwachsenenbildung geben, in dem sich die Lernenden nicht gleich zu Beginn gegenseitig vorstellen, ihre Erwartungen und Interessen austauschen und die gemeinsame Arbeit besprechen. Der Lehrer muss die Aussagen der Teilnehmer moderieren, koordinieren, bündeln und zusammenfassen und dann für den Unterricht umsetzen. Der Lehrer muss auch seine Interessen, seine Ziele und seine Erwartungen darlegen, d.h. in der Erwachsenenbildung ist der Lehrer ein festes Mitglied der Gruppe, mit einer besonderen Rolle, aber dennoch nur ein Erwachsener unter anderen. Dabei leitet er seine Legitimation, andere zu unterrichten, nicht von einer Institution mit der Möglichkeit von Zwang und Nötigung ab, sondern von der Akzeptanz durch die Lernenden. Er muss also auch sich selbst als ganze Person in den gemeinsamen Prozess einbringen.




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